Montag, 10. November 2014

Nummer 454: Zucchini Poppy Seed Muffins

Rezept Nummer 454: Zucchini-Mohn-Muffins

Dieses Rezept beginnt damit, dass man eine Zucchini zu einem unappetitlichen Haufen grünen Matsches zerreibt.
(klingt schonmal gut, oder? :)

 Dazu rührt man dann jede Menge Zeug. Also wirklich viel. Die meisten Rezepte entscheiden sich für Sojamilch oder Joghurt oder Butter - hier war alles drin. Dazu noch ein paar Aromen und Gewürze und plötzlich war aus dem kleinen Haufen Zucchinimatsch eine ganze große Schüssel voll Teig geworden.
Oh je oh je.

Soviel Teig, dass er gar nicht auf einmal ins Muffinblech gepasst hat, sondern ich zweimal backen musste. (die perfide Gemeinheit des Buches liegt darin, dass die Mengenangaben der extrem leckeren Rezepte immer nur sechs Kekse ergeben (zum Beispiel die wahnsinnig leckeren Schokoladen-Orangen-Cappuccino-Plätzchen), wenn aber etwas nicht schmeckt, man davon gleich zwei Kilo macht (zum Beispiel die widerlichen Kokoskekse oder die Kartoffelbrei-Erdnussbutter-Süßigkeiten), sodass man bei großen Mengen von suspekt aussehendem Teig immer etwas nervös wird. Und eine riesige Schüssel voll grünlichem Zucchiniteig fällt definitiv in diese Kategorie.)

Dann haben wir die ersten der 21 Muffins probiert - und waren begeistert. Wirklich, man glaubt es kaum, aber durch die Zucchini werden die Muffins sehr lecker saftig und die ganzen Aromen (vor allem das Orangenblütenwasser) geben dem Teig einen himmlischen Geschmack. Dazu sind noch Cranberries, Walnüsse und der Mohn im Teig, sodass man bei jedem Bissen auf irgendetwas überraschend Leckeres stößt - wirklich sehr lecker.

Zum Glück haben wir soviele. Also, jetzt nicht mehr ganz so viele.

Nur noch 46 Rezepte.

Sonntag, 9. November 2014

Nummer 453: Peruvian Tamales

Rezept Nummer 453: Peruanische Tamales

Falls sich das jemand fragt: Tamales sind eine mittel- bis südamerikanische Spezialität aus mit Blättern umwickeltem Maisteig mit Füllung.

Warum ich das Rezept aufgeschoben habe, wird im Laufe dieses Eintrags mehr als deutlich werden :)
Ich möchte anmerken, dass es noch zwei andere Tamales-Rezepte gibt, die allerdings beide Maisblätter erfordern, die ich seit Monaten vergeblich irgendwo aufzutreiben versuche. Die peruanischen erfordern nur Bananenblätter, die man tiefgefroren im asiatischen Supermarkt finden kann (etwas überrascht, aber durchaus erfreut).

Zuerst die Füllung.
Meine bestand aus Tomaten, Bohnen, Süßkartoffel und Obst. Das alles auf die richtige Größe für Tamalesfüllung zu zerschnippeln hat eine Weile gedauert, aber dafür sind Sonntagnachmittage ja da.

Das Ergebnis schmeckte dann etwas ungewöhnlich, aber das ist bei amerikanisch-peruanischen Rezepten, glaube ich, okay.

Dann der Maisbrei. Der Maisbrei ist ein Problem für sich. Das Rezept sagt, man braucht masa harina (mit dem Hinweis, dass maseca instant masa hier gut funktioniert). Masa Harina ist Mehl aus getrocknetem, gewässertem zerriebenem Mais und sehr wichtig in der lateinamerikanischen Küche.
In Deutschland steht man vor dem Maismehl und fragt sich: ist das das, was ich brauche?
Im asiatischen Supermarkt gibt es noch Mehl aus gekochtem weißen Mais, was mehr so klingt wie das, was man braucht, was aber nicht heißt, dass es das ist, was man braucht.
Also habe ich einfach beides gekauft und vermischt und gehofft. Das tut man bei den Rezepten ja öfter.

Wenn man dann das Maismehlproblem gelöst hat (hoffentlich), mischt man noch ein paar Gewürze darunter und gießt dann jede Menge Gemüsebrühe und Kokosmilch darauf. Und Öl. Rapsöl. Einen Dreiviertel Liter Rapsöl unter dem fassungslosen Blick des Mitbewohners.

Dann rührt man das Ganze zusammen und es ergibt sich ein nicht nur überraschend formbarer Teig, er schmeckt auch noch ziemlich gut (kein Wunder. Bei einem DREIVIERTEL LITER ÖL).

Bis hierher war es einfach.
Jetzt kommen die Bananenblätter. (die man hoffentlich rechtzeitig aus dem Gefrierfach genommen hat zum Auftauen)

Man schneidet sich ein geeignet aussehendes Stück ab, breitet es vor sich aus und streicht erst Maisteig darauf und dann ein bisschen Füllung.
Als ich (dem Rezept folgend) 170g Maisteig und 45g Füllung auf das Blatt geschoben hatte, war ich zugegebenermaßen etwas schockiert. Die Tamales, die ich mal in Peru gegessen habe, waren niedliche, kleine Pakete, vielleicht so groß wie ein kleiner Apfel insgesamt.
Diese hier wurden riesige Pakete: handlang und ungefähr so voluminös wie ein großes Trinkpäckchen. Nicht, dass es mich stören würde, weniger große Pakete zu wickeln als viele kleine, aber überrascht hat es mich doch ein wenig.

Nachdem das erstaunlich gut funktioniert (diese Bananenblätter sind so cool, dass sie von alleine die Form behalten und nicht erst zusammengewickelt werden müssen), hat man einen riesigen Haufen rohe Tamales, die jetzt noch gedämpft werden müssen.

 Ich habe keinen Dämpfer.
Was macht man stattdessen? Man nimmt einen großen Topf, hängt ein Sieb hinein und kocht im Topf Wasser. Das macht man dann drei Stunden lang und dann sind die Tamales auch schon fertig.
(theoretisch. Praktisch hatte ich soviele Bananenblätterpäckchen, dass ich in zwei Durchgängen dämpfen musste. Sechs Stunden lang. Ächz.)

Und am Ende der große Moment, wenn die Tamales fertig sind (nach nur etwa fünf Stunden).

Der Maisbrei macht eine erstaunliche Veränderung durch und wird ziemlich fest (und lecker) und die Füllung ist am Ende durchgedämpft und die einzelnen Geschmäcker verschmelzen zu einer tomatig-exotisch-fruchtigen Füllung.

Sie schmecken wirklich gut (ich glaube, ich wäre mit einer herzhafteren Füllung glücklicher gewesen, aber die hier ist auch nicht schlecht) und sehen in ihren glänzenden, dunkelgrünen Bananenblättern auch echt schick aus, aber wirklich: zuviel Aufwand.

Noch 47 Rezepte. Davon noch zwei Tamales-Rezepte. Oh je oh Schreck.

Samstag, 8. November 2014

Nummer 452: Kale Tofu Spread

Rezept Nummer 452: Grünkohl-Tofu-Aufstrich

Und um die Kochuntätigkeit der letzten Tage wieder auszugleichen, habe ich für das frischgebackene Brot auch noch einen Aufstrich gemacht (vier Rezepte pro Tag - hurra!).

Nachdem ich ja jetzt weiß, dass Kale nur im Allgemeinen Kohl und im Besonderen Grünkohl heißt, musste ich warten, bis ich endlich Grünkohl gefunden hatte, bevor ich dieses Rezept ausprobieren konnte.
Heute war es dann endlich so weit.

Abgesehen von schwer erhältlichen Zutaten sind die Aufstrich-Rezepte eigentlich ganz nett: man füllt alle Zutaten zusammen, püriert sie und fertig.
In diesem Fall waren das außer Grünkohl und Tofu nur ein paar Gewürze und abgesehen davon, dass die Pampe am Ende so zäh war, dass der Pürierstab fast darin stecken geblieben ist, war auch dieser Aufstrich in fünf Minuten fertig.

Es schmeckt dann ziemlich scharf und grün und gesund und eigentlich gar nicht schlecht. Nicht so richtig "Oh, diesen Aufstrich muss ich unbedingt wieder machen"-gut, aber schon ganz lecker.

Damit ist übrigens auch die gesamte Kategorie von Dips und Aufstrichen erledigt. Hurra!

Nur noch 48 Rezepte.

Nummer 451: Pumpkin Yeast Bread

Rezept Nummer 451: Kürbis-Hefe-Brot

Da man ja im Laufe der Zeit dazulernt, mache ich jetzt aus jedem Kürbis, der in meiner Kiste landet, Kürbispüree und friere das ein, damit ich immer welches habe, wenn ich welches brauche.
Weil ich allerdings vergessen habe, es rechtzeitig aufzutauen, war es immer noch gefroren in seiner Packung und ich musste die richtige Menge mit einer Gabel absplittern. Selbst schuld.

Im Prinzip ist das Rezept sonst ziemlich langweilig (man verrührt halt Püree und Sojamilch mit ganz viel Mehl und Hefe), bis man alles vermischt hat und der ganze Teig einen so klebrigen, pampigen, an den Händen klebenden Matsch ergibt, dass es unmöglich richtig sein kann.
Also habe ich so viel mehr Mehl dazugegeben, dass es sich immerhin von den Händen lösen ließ und dann kam das übliche Prozedere: aufgehen lassen, in die Form füllen, nochmal aufgehen lassen. Ich bin schon froh, wenn die Hefebrotbackerei endlich vorbei ist.
Immerhin ist es aufgegangen wie verrückt.

Und dann nochmal nach dem Backen. Nach Dutzenden von Broten, die in der Form pappen geblieben sind wie ein Stein, freue ich mich jedes Mal, wenn das Brot bis zum Rand der Backform aufgeht.

Und genauso gut schmeckt es dann auch: locker und fluffig und ein bisschen herzhaft dank des Kürbispürees. Wenn diese Rezepte ja nicht immer so furchtbar lange dauern würden, wäre das hier ein wirklich guter Kandidat dafür, regelmäßig gebacken zu werden.

Nummer 450: Lemon Ice Box Pie

Rezept Nummer 450: Zitronen-Eis-Pack-Kuchen

Dieser Kuchen (für den man übrigens den Vanillekeksboden braucht) ist an sich ganz einfach: man rührt nur ganz viel Zeug für die Creme zusammen, gießt es auf den Boden (siehe Rezept davor), stellt es kalt und fertig.

So einfach.

Und dann beschäftigt man sich mit den Details.

Der erste Schritt, um die Creme zu machen, besteht darin, sich gezuckerte Kondensmilch zu machen. Dazu vermischt man 700 ml Sojamilch mit 200 g Zucker, erhitzt es und lässt es so lange simmern, bis sich das Volumen auf 230 ml reduziert hat. Also ewig. Wirklich. Ewig. Am Ende ist das Zeug so dick, dass es richtig karamellisiert und braun wird und trotzdem ist es noch nicht so weit zusammen geschrumpft, wie es muss.

Das zweite Problem an der Sache ist, dass dieser Kuchen heißt, wie er heißt, weil der Zitronenanteil des Kuchens aus gefrorenem Zitronenlimo-Konzentrat kommt. Das wiederum ist etwas, was ich zwar im Internet gefunden habe, aber sonst nirgendwo, also habe ich irgendwann gestreikt und mir einfach eine Flasche Zitronenlimo-Sirup (für diese Sprudelwasserautomaten) gekauft.

Wenn man dann alle Zutaten für die Zitronencreme vermischt hat, muss das Ganze noch für ein paar Stunden in den Kühlschrank zum Festwerden.

Und dann ... tja. Also vielleicht war das Zitronenlimakonzentrat nicht das richtige oder ich habe die Kondensmilch nicht lange genug kochen lassen - wie dem auch sei, die Creme schmeckt jedenfalls ziemlich beißend chemisch nach Zitrone und außerdem ist sie so flüssig, dass sich die Lücke, die das erste Stück hinterlassen hat, praktisch sofort wieder geschlossen hat.

Nicht empfehlenswert (bis auf den Boden, der ist total lecker).

Nummer 449: Vanilla Cookie Pie Crust

Rezept Nummer 449: Vanillekeks-Kuchenboden

Ein paar Worte zu veganen Kuchenböden.
In der deutschen Bäckerei ist es ja so, dass man für verschiedene Kuchen verschiedene Böden hat, von denen man einige theoretisch auch einfach mit Eiersatz machen könnte.

Da mein Kochbuch aber ein amerikanisches Kochbuch ist, wo Kuchenböden meist etwas anders aussehen, gibt es hier keine normalen Kuchen-Teigböden.

Was man stattdessen verwendet, sind Kekse, die man zerbröselt (abgesehen davon, dass die einzige Kekssorte ohne Nussstücke und sonstige unerwünschte Zusätze steinharte Vanillekipferl waren), was ziemlich viel Spaß macht.

Weil das Ganze dann noch zu gesund ist (anscheinend), ganz sicher aber zu bröselig, verknetet man es mit geschmolzener Butter und formt es dann zu einem Tortenboden.

Der muss dann noch abkühlen und dann noch gebacken werden, bevor man ihn benutzen kann, und auch wenn "Kekse zerbröseln" sonst nach einem witzigen Tortenboden klingt, hätte ich doch eigentlich lieber ein bisschen Mehl, Zucker, Ei und Butter verrührt statt des ganzen Aufwandes.

Schmeckt jedenfalls trotzdem.

Samstag, 1. November 2014

Nummer 448: Muffin Cup Quiche in Phyllo Crust

Rezept Nummer 448: Muffinform-Quiche im Filo-Mantel

Auch dieses Rezept hatte ich ursprünglich vor mir her geschoben wegen des Filo-Teigs, aber da es abgesehen davon sehr einfach ist und ich ja jetzt weiß, wie man mit Filo umgeht, dachte ich, ich probiere es mal aus.

Das Glück war nicht auf meiner Seite.
Eigentlich wollte ich zu meinem normalen türkischen Supermarkt gehen, allerdings konnte die U-Bahn wegen eines Notarzteinsatzes nicht fahren, der angeblich eingesetzte Ersatzbus war nirgendwo zu finden und keiner meiner Ersatz-Supermärkte hatte Filo.
An der Stelle hatte ich die Nase voll und habe mir einfach eine Packung Blätterteig gekauft.

Die Füllung besteht hauptsächlich aus zermatschtem Tofu mit jeder Menge Gewürze, in das man rührt, worauf man Lust hat (in meinem Fall: Knoblauch, getrocknete Tomaten und drei Sorten frische Tomaten).

 Aus dem Blätterteig sticht man dann Kreise aus, drückt sie in Muffinformen und füllt sie dann.

Nach einer Viertelstunde backen wird auch klar, warum man besser Filo als Blätterteig nimmt.

Und was soll ich sagen: wie jedes gefüllte Blätterteigstück schmecken auch die Mini-Quiches unverschämt gut, außen knusprig und innen cremig und die Tofufüllung hat eine phantastische Konsistenz.
Eine wirklich gute vegane Quiche-Alternative.

Noch 52 Rezepte.

P.s. erstmal keine Updates bis nächstes Wochenende - ich bin mal wieder unterwegs.